An Abstand

…mangelt es ganz oft, wenn Autofahrer Radler überholen.  Das sichtbar zu machen, gelang bei einer spontanen Aktion des ADFC in Nürnberg. Der Bericht hierzu ist auf der Seite der Nürnberger Nachrichten zu finden. Auch Radio-Z hat einen  Beitrag zur Radfahrsituation in Nürnberg gemacht und ein Interview mit uns geführt.

Veröffentlicht unter Aktion | Hinterlasse einen Kommentar

Dem Paradies ganz nah

Radschnellweg in Nijmegen: Brücke über den Waal

Im April waren wir in Nijmegen, Hollands Fahrradhauptstadt 2016, um uns  mit eigenen Augen davon zu überzeugen, dass die Holländer uns in Sachen Radpolitik um gefühlte 50 Jahre voraus sind. Wir wurden nicht enttäuscht. Man sieht weder Kinder noch sonst Menschen mit Helm, außer Rennradler. Dafür eine an vielen Stellen sehr gut ausgebaute Infrastruktur, wie zum Beispiel den 18 km lange Radschnellweg nach Arnhem, der durchgehend beleuchtet ist und an kleinen und mittleren Straßen Radlern Vorfahrt gewährt.

Hier gibt es ein kurzes Youtube Video

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Dem Paradies ganz nah

In Propaganda erstarrt

Unser Oberbürgermeister Dr. Maly hat sich anläßlich des Leipziger Urteils zum Dieselfahrverbot in einer langen Presseerklärung des „konsequenten Ausbaus der öffentlichen Verkehrsmittel“ gerühmt. Diese Behauptung, die man seitens der Stadt immer wieder hört,  habe ich mir nun mal  angeschaut.  Auf der städtischen Website finden sich dazu einige interessante Zahlen.

Also:
Seit 1995 bis heute schwankt der Anteil der mit dem ÖPNV zurück gelegten Wege in Nürnberg zwischen 21 und 22%.
Der Radverkehrsanteil hat sich im gleichen Zeitraum von 10% auf 13% leicht erhöht, der Anteil des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) leicht verringert von 45% auf 43%.
Dabei fehlt es nicht an Absichtserklärungen und lauthals verkündeten Zielen. In der „Nürnberg steigt auf“ Kampagne der Stadt wurden 20% Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2015 als Ziel formuliert.
Der Anteil der Wege im Umweltverbund soll auf 70% erhöht werden, aktuell sind es 57%.
Keines dieser eher  bescheidenen Ziele wurde auch nur annähernd erreicht und es besteht auch -mangels  Taten- aktuell keinerlei Aussicht, dass sich das ändern könnte.
In Nürnberg bewegt sich also in der Verkehrspolitik seit über 20 Jahren nichts mehr und es gibt wohl nur ganz wenige Städte in Deutschland, die in gleichem Maße auf der Stelle treten. Ist das der „konsequente Ausbau“, den Dr. Maly meint ?

Welche Gründe könnte dieser Stillstand haben ?

  • An der Abwahl des damaligen  SPD Oberbürgermeisters Peter Schönlein, der 1996  wegen der angeblich auto-unfreundlichen Politik sein Amt und die Nürnberger SPD die Macht verlor und diese seitdem ein sorgfältig gepflegtes Trauma mit sich herum schleppt?
  • An der GroKo im Rathaus, wo sich CSU und SPD ganz offensichtlich einig sind, dass dem Auto nichts weggenommen werden darf ?
  • An einem harmoniebedürftigen Oberbürgermeister, der verwaltet statt gestaltet ?
  • An einer lauten Minderheit, die jede Reduktion oder Einschränkung des Autoverkehrs als Angriff auf die persönliche Freiheit empfindet ?
  • An einem Land, das seit 70 Jahren das Auto als das eigentlich einzig erstrebenswerte Verkehrsmittel betrachtet und alle anderen gering schätzt ?

Ich weiss es nicht.

Aber eines weiss ich:
Eine Stadt mit weniger MIV und Platzverbrauch durch stehende Fahrzeuge wäre für ALLE besser, weil es mehr öffentlichen Raum gäbe, weniger Lärm, höhere Lebens- und Aufenthaltsqualität, bessere Atemluft und damit eine insgesamt höhere Attraktivität. Eine Stadt für Menschen statt für Autos. Zahllose Beispiele im In-und Ausland belegen es. Hoffen wir, dass auch Nürnberg irgendwann einmal auf den Trichter kommt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für In Propaganda erstarrt

Stadtluft macht krank

Die offizielle Messtation der Stadt Nürnberg an der von-der-Tann-Str zeigt seit vielen Jahren, dass der zulässige Jahresmittelwert von 40ug/m**3 für NOx regelmäßig überschritten wird. Er liegt dort bei 46-43 ug /m**3. Wie in so vielen anderen Städten wird diese Tatsache von der Politik auf allen Ebenen bedauert, aber ansonsten ignoriert.
DIe Stadtpolitik hat immer auch darauf verwiesen, dass der zulässige Jahresmittelwert von 40 ug/m**3. ja nur geringfügig überschritten werde und ausserdem eine fallende Tendenz habe. Man hört die Hoffnung heraus, dass sich das Problem von alleine erledigen möge.

Der VCD, das Nürnberger Energiewendebündnis und das Bündnis Radfairkehr haben nun eigene Messungen vorgenommen, die zeigen, dass es immer noch schlimmer geht. An der Rothenburgerstr und am Dianaplatz wurden Werte von 61 bzw. 55 ug /m**3 ermittelt, also fast 50% über dem Grenzwert.

Auf das Jahr hochgerechnete NOx Wert an verschiedenen Orten in Nürnberg.
Messung im Dezember 2017

Auf dieser Karte sind die Messtellen und die Werte dargestellt.

Berichte über die Messaktion finden sich hier in den Nürnberger Nachrichten und beim Bayerischen Rundfunk.

Was könnte man also tun:
Kurzfristig wird es ohne Fahrverbote für Diesel PKWs nicht gehen. Mittelfristig hilft nur eine Politik, die auf ÖPNV, das Fahrrad und den Fußverkehr sowie eine Einschränkung des MIV setzt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Stadtluft macht krank

Schluss mit Lustig

Der Stadtrat in Nürnberg  hat bei seinem Haushaltsbeschluss eines ganz klar gemacht: Für Radverkehr gibt es weder mehr Geld noch mehr Personal. Aktuell sind es sehr bescheidene eine Million € /Jahr. Beim Ausbau des Frankenschnellweges  dagegen  wird geprasst: 517 Millionen Euro sind  den Stadtvätern und -Müttern die freie Durchfahrt auf der Autobahn  durch das Stadtgebiet wert. Absehbare Kostenüberraschungen sind da  noch  gar nicht eingerechnet.
Ganz offensichtlich will der Stadtrat den Stuttgarten Nachbarn nacheifern und auch mal ein richtig schönes,  teures Prestigeprojekt analog zu  S21 mit Karacho an die Wand fahren.

Angesichts dieser Tatsache haben wir entschieden, uns aus dem  „Runden Tisch Radverkehr“ zu verabschieden. Für eine derartige Alibiveranstaltung ist uns unsere Zeit und Energie zu schade.

Unsere Presserklärung dazu ist hier.

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Eine Frage der Prioritäten

Bei den gestrigen Haushaltsberatungen der Stadt Nürnberg wurde bekannt, dass die Kosten für den geplanten kreuzugsfreien  Ausbau des Frankenschnellweges mittlerweile auf 517 Mio € gestiegen sind. Die Verwaltung rechnet mit einer 4% Steigung für jedes Jahr des späteren Baubeginns, das sind also aktuell fast 21 Mio €  Kostensteigerung. Während diese Summen von der Mehrheit der Stadträte problemlos abgenickt werden,  wird bei der Förderung des Radverkehrs unsere Forderung (und die Anträge der Opposition im Stadtrat) nach einer deutlichen Erhöhung (aktuell 1 Mio € / a) regelmäßig abgelehnt, weil kein Geld da sei. Es ist eben alles eine  Frage der Prioritäten….

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Eine Frage der Prioritäten

Runder Tisch Radverkehr: Flop statt Top

Wir haben am 10. Mai 2017 einen Offenen Brief an Bürgermeister Christian Vogel sowie an den Nürnberger Stadtrat addressiert, den wir im folgenden hier veröffentlichen.

——————————————————————————————————————————-

Sehr geehrter Herr Vogel, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,

Als vor ca. 2 Jahren der Fahrradklimatest des ADFC eine schlechte Bewertung der Radfahrsituation in Nürnberg ergab, war endlich auch in der Stadtpolitik angekommen, dass es erheblichen Verbesserungsbedarf gibt. Der daraufhin installierte Runde Tisch Radverkehr (RTR) sollte sich der erkannten Probleme widmen.
Wir sahen das als eine Chance, dazu beizutragen, dem Thema Radverkehr in der Stadt die ihm gebührende Bedeutung zu geben.
Wir gingen davon aus, dass diese Initiative seitens der Stadt ernst gemeint war.

Heute stellen wir sehr ernüchtert fest, dass sich weder im Haushalt noch in den personellen Kapazitäten bei SÖR und Verkehrsplanungsamt signifikante Verbesserungen ergeben haben.
Zwar wird über alle Parteien hinweg betont, dass die Förderung des Radverkehrs notwendig und wünschenswert sei, es folgen dem aber keine adäquaten Beschlüsse. Dies lässt sich sehr einfach am nicht angemessenen Etat (der NRVP2020 empfiehlt mindestens 6,7 Mio € /a, aktuell sind es gerade mal 1,2 Mio €) der mangelnden Personalausstattung und dem Vergleich mit anderen Städten im In- und Ausland festmachen. Die Ablehnung unserer Forderungen geschieht dann lapidar mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage.

Im Gegensatz dazu werden bei zahlreichen anderen Großprojekten der Stadt, bei denen der politische Wille deutlich vorhanden ist, auch Hindernisse wie ein stark angespannter Haushalt und ein Stellendeckel relativ problemlos beiseite geräumt.

Wir können daraus nur schlussfolgern, dass ungeachtet alle Bekundungen seitens der großen Mehrheit des Stadtrates der politische Wille, das Fahrrad als klima- und menschenfreundlichstes Verkehrsmittel angemessen zu fördern, schlichtweg nicht vorhanden ist.

Statt dessen reicht ihm offensichtlich ein „So-Tun-als-ob“ und das Hangeln von „Lückenschluss zu Lückenschluss“.

Wir weisen an dieser Stelle auch wiederholt und ausdrücklich auf die Verpflichtungen zur CO2 Reduzierung hin, die völkerrechtlich verbindlich 2015 in Paris beschlossen wurden. Natürlich ergeben sich hieraus auf kommunaler Ebene ebenfalls Verpflichtungen, die ohne ein grundsätzliches Umsteuern gerade im Verkehrsbereich nicht erfüllbar sind. Vor allem in der Stadt würde eine größere Bedeutung des Rades als Verkehrsmittel allen Bewohnern in Form von mehr Lebensqualität, aber gleichzeitig auch allen anderen Verkehrteilnehmern nützen.

Der RTR ist nach der vorgegebenen Struktur ein reines Zuhör – Gremium, das die Mangelplanung zur Kenntnis nehmen soll und eine aktive Beteiligung der Radverkehrsinitiativen so gut wie gar nicht zulässt.

Alle diese Erkenntnisse führen uns zu dem Schluss, dass wir als Initiative am RTR unter den oben genannten Umständen vornehmlich die Funktion haben, den falschen Eindruck einer gelingenden und alle zufrieden stellenden Radverkehrsförderung zu erwecken.

Sollte sich an den Rahmenbedingungen bis zu den nächsten Haushaltsberatungen nichts Substantielles ändern, stehen wir für den RTR in der jetzigen Form daher nicht mehr zur Verfügung.

Update 13.5.2017: Bericht in den Nürnberger Nachrichten

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Radentscheid in Bamberg

Ab März 2017 läuft in Bamberg ein Bürgerentscheid um den Radverkehr in Bamberg entscheidend zu fördern und um eine gute Infrastruktur dafür zu schaffen. Zur Abstimmung beim Bamberger Radentscheid steht ein 10-Punkte-Programm.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Radentscheid in Bamberg

Offener Brief – Der Stadtrat muss endlich handeln

In einem offenen Brief an den Nürnberger Stadtrat haben wir erneut gefordert, dass die Stadt Nürnberg mehr für eine menschen-und umweltfreundliche Mobilität  tun muss, damit sie ihren Verpflichten aus dem Klimavertrag von Paris  sowie dem Gesundheitsschutz  gerecht wird. Statt leerer Sonntagsreden ist jetzt endlich handeln angesagt: Die Höhe des Radwegsetats wird es zeigen, ob der Stadtrat den Radverkehr wirklich fördern will oder nicht.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Offener Brief – Der Stadtrat muss endlich handeln

Als Reaktion auf unsere Oktober-Aktion fordert die Nürnberger SPD-Stadtratsfraktion laut Nürnberger Nachrichten vom 24.10.16 ein Gesamtkonzept für Fahrradstraßen.

Publiziert am von Christine | Kommentare deaktiviert für SPD jetzt auch für Fahrradstraßen in Nürnberg